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Fähigkeiten fördern - Arbeit schaffen

Berufliche Bildung in den Schleswiger Werkstätten

Chancen geben

Arbeit ist für alle Menschen wichtig! Arbeit sichert nicht nur die materielle Existenz, sie verschafft Anerkennung, ermöglicht soziale Kontakte und gibt dem Alltag Struktur. Keine Arbeit zu haben, heißt an einem bedeutsamen Aspekt des gesellschaftlichen Lebens nicht teilhaben zu können. Für Menschen mit Behinderungen gilt dies mehr noch als für alle anderen! Die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung kann daher nur gelingen, wenn sie eine Chance haben, am Arbeitsprozess teilzunehmen. Diese Chancen zu verbessern, ist Aufgabe des berufl ichen Bildungsbereiches der Schleswiger Werkstätten. Menschen mit Behinderung haben hier die Möglichkeit, an verschiedensten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilzunehmen. Unser Berufsbildungsbereich steht all jenen offen, die aufgrund ihrer Behinderung keinen Arbeitsplatz fi nden und noch keine andere Fördermaßnahme zur berufl ichen Orientierung absolviert haben. Die Aufnahme wird in der Regel über die Agentur für Arbeit vermittelt.

Stärken finden

Um auf die Stärken und Schwächen, Neigungen und Fähigkeiten der Einzelnen bestmöglich eingehen zu können, bieten die Schleswiger Werkstätten ein breites Berufsspektrum an. Qualifi zierte Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung bilden zurzeit in folgenden Berufssparten aus:

  • Pulverbeschichtung
  • Schlosserei
  • Zerspanung
  • Fahrradwerkstatt
  • Montage und Verpackung
  • Elektromontage und Kabelkonfektionierung
  • Bootsbau und Bootsservice
  • Spezialpalettenbau
  • Tischlerei
  • Reitsport-Hindernisbau
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Biokompostierung, Erdenwerk
  • Bio-Landwirtschaft
  • Hauswirtschaft
  • Aktenvernichtung
  • Kerzenherstellung

Alle berufsvorbereitenden Bildungsangebote der Schleswiger Werkstätten gliedern sich in drei Phasen: Eingangsverfahren, Grundkurs und Aufbaukurs.

Kennen lernen

Das so genannte Eingangsverfahren dient zunächst dem besseren gegenseitigen Kennen lernen. Ist die Werkstatt der richtige Platz? Welche Arbeitsbereiche kommen in Betracht? Wie können wir am besten helfen? All diese Fragen werden gemeinsam in den ersten drei Monaten geklärt. Ein individueller Eingliederungsplan wird erstellt.

Erfahrungen sammeln

Im Anschluss an das Eingangsverfahren folgt als nächster Schritt ein 12-monatiger Grundkurs. Er dient der berufl ichen Orientierung und der Entwicklung der Persönlichkeit. Grundregeln des Arbeitslebens wie Pünktlichkeit, Gruppenfähigkeit oder auch der Umgang mit anderen Meinungen werden trainiert. Während dieser Zeit können die Beschäftigten einen Einblick in die verschiedenen Arbeits- und Tätigkeitsfelder der Schleswiger Werkstätten gewinnen.

Fertigkeiten vertiefen

Im zweiten Jahr werden im Aufbaukurs dann die Fertigkeiten in einem ausgewählten Arbeitsbereich vertieft. Der Schwierigkeitsgrad der praktischen Arbeitsaufgaben steigt, der Umgang mit Maschinen wird geübt und die theoretischen Kenntnisse über Werkstoffe und Werkzeuge werden erweitert. Das selbständige und fachgerechte Ausführen von Arbeiten sowie die Steigerung der Ausdauer, Belastbarkeit und Flexibilität stehen nun mehr im Vordergrund. Die Arbeitsbedingungen nähern sich schrittweise denen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an. Der Einstieg ins Arbeitsleben wird vorbereitet und begleitet.

Arbeit schaffen

Mit Abschluss des Aufbaukurses ist die 2-jährige berufliche Bildungsmaßnahme beendet. Damit sind die Vorraussetzungen für eine unbefristete Beschäftigung im Arbeitsbereich der Schleswiger Werkstätten (Werkstattvertrag) gegeben. Parallel dazu versuchen wir durch Praktikavermittlung, Bewerbungshilfen sowie enge Zusammenarbeit mit Integrationsfi rmen und anderen Betrieben, den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Persönlichkeit stärken

Neben der berufl ichen Qualifikation ist die Entwicklung der sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten ein wichtiger Bestandteil der berufl ichen Bildung in den Schleswiger Werkstätten. Sozialpädagog/-innen, Psycholog/-innen, Ergotherapeut/-innen und viele andere Mitarbeiter/-innen stehen den Beschäftigten dabei begleitend zur Seite. Sie helfen bei Alltagsproblemen ebenso wie in Krisensituationen. Bei verschiedenen sportlichen, kreativen und allgemein bildenden Aktivitäten werden die sozialen Kontakte gestärkt und die individuellen Fähigkeiten erweitert.