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30.04.2013

„Werkstatt fragt Politik“

Das war das Thema der Veranstaltung am 17. April 2013 in den Schleswiger Werkstätten. Bevor es losging, wurden „Rote Karten“ verteilt. Sie dienten als Kommunikationsmittel, um Politiker zu bremsen, wenn die Beschäftigten die Antworten nicht verstanden hatten oder, wenn sie eine Frage stellen wollten. Diese Spielregel wurde im Vorwege gemeinsam festgelegt.

Mit einleitenden Worten zur anstehenden Kommunalwahl am 26. Mai 2013 eröffnete Einrichtungsleiter Jan-Henrik Schmidt die Veranstaltung zum Thema „Werkstatt fragt Politik“ in der mit mehr als 200 Besuchern sehr gut besuchten Bootshalle im Ratsteich 6.

Herr Schmidt, der souverän durch den Abend führte, gab den Kreistagspolitikern, Ingo Degner (SPD), Timo Kux (CDU), Christoph Jaenicke (B90 / Die Grünen) und Gerd Voß (SSW) die Gelegenheit, sich jeweils in 2 Minuten vorzustellen. Ebenfalls auf dem Podium vertreten war der Werkstattrat durch seinen 1. Vorsitzenden Hans-W. Simonsen und der Heimbeirat, durch Ferdinand Treyke.
Nach der Vorstellungsrunde ging es auch gleich zur „Sache“.
Nicht nur allgemeine Fragen, wie: 

Was ist Ihre Aufgabe im Kreistag als Politiker?
Würden Sie mal bei uns mitarbeiten?
Wie können Sie Menschen mit Handicap in unserem Kreis mit Ihrer Partei unterstützen?

sondern auch Fragen zu aktuellen Themen zur Arbeits- und Wohnsituation brannten den Beschäftigten unter den Nägeln. 

Warum muss ich nach 28 Tagen Krankheit mein Zimmer / mein Zuhause in der Wohnstätte an andere abgeben?

Warum darf man nicht dauerhaft auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz betreut arbeiten es ist doch in anderen Kreisen erlaubt?

Die Beantwortung mancher Fragen gestaltete sich für die Vertreter der Parteien als schwierig. So konnte auf die Frage: „Wenn man auf den 1. Arbeitsmarkt vermittelt wurde und der Arbeitgeber in die Insolvenz geht - warum kann man nicht gleich wieder in die Werkstatt zurück?

keine konkrete Antwort gegeben werden. Aber Timo Kux wollte diese Frage an Frau Merkel weiterleiten. 
Die Beschäftigte Andrea K. wollte unbedingt wissen: „Warum wird man in unserem Landkreis schon nach 21 Tagen Krankheit von der Arbeit abgemeldet? Und in anderen Kreisen nicht z. B. Steinburg, Pinneberg oder Neumünster.“

„Dies liegt in der Verantwortung der Verwaltungen und dem jeweiligen Landrat. Wir wissen um den Sachstand“, so Ingo Degner. Von Herrn Jaenicke gab es ein klares NEIN in Bezug auf die unterschiedliche Behandlung in den anderen Kreisen. „Es betrifft alle Kreise in Schleswig-Holstein und wir hoffen, dass dieser Punkt bis Ende Juni 2013 im Landesrahmenvertrag geregelt sein wird.
Aber auch konkrete Versprechen wurden an dem Abend abgegeben, wie „Wir werden alles dafür tun, um einen geeigneten Beauftragten für Menschen mit Behinderung für den Kreis Schleswig-Flensburg zu finden“, so Degner. Dieser Posten ist zurzeit unbesetzt.
Eine weitere Zusicherung wurde dahingehend gemacht, alle Bushaltestellen nach und nach barrierefrei auszugestalten.
Was an dem Abend aber zum wiederholten Male deutlich geworden ist, es muss gespart werden. 
Einigkeit bestand am Ende der Veranstaltung dahingehend, dass sich die hier anwesenden Politiker den angesprochenen Themen nach der Kommunalwahl noch stärker annehmen wollen und in Zukunft regelmäßig den Dialog mit den Beschäftigten der Schleswiger Werkstätten suchen werden.
In diesem Zusammenhang riefen die Politiker noch mal dazu auf, am 26. Mai 2013 zur Wahlurne zu gehen.
Herr Schmidt bedankte sich bei allen Politikern für ihre Offenheit, und dass sie sich den Fragen gestellt haben.
Insgesamt eine gelungene Veranstaltung.

 

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