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Wohneinrichtungen der Schleswiger Werkstätten

Wohnen ist ein Grundbedürfnis aller Menschen.

Es bedeutet viel mehr als nur Versorgung und Unterkunft. Wohnen steht für Eigenständigkeit, Geborgenheit und Individualität. Seit über 30 Jahren bieten die Schleswiger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen einen solchen Platz zum Leben und Wohnen. Die Schleswiger Werkstätten verfügen insgesamt über neun stationäre Wohneinrichtungen. Sieben davon liegen im Schleswiger Stadtgebiet, zwei weitere sind Westerakeby und Dehnhöft. Über 160 Menschen mit Behinderungen finden – abgestimmt auf ihren persönlichen Betreuungsbedarf – in unseren Wohnanlagen, Hausgemeinschaften oder Wohngruppen ein neues Zuhause. Darüber hinaus bieten wir seit mehr als 10 Jahren ambulant betreutes Wohnen an. Um den individuellen Wünschen und Bedürfnissen gerecht zu werden, sind die Betreuungsangebote in sich abgestuft und breit gefächert. Über 90 qualifizierte Mitarbeiter/-innen fördern und unterstützen in den verschiedensten Bereichen, wie:

  • Verbesserung der lebenspraktischen Fähigkeiten (Haushaltsführung, Ernährung, Körperpflege, Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, Verwaltung der Finanzen)
  • Stärkung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten (Entfaltung individueller Interessen, Stabilisierung der Psyche, Auseinandersetzung mit der Erkrankung, Mobilität)
  • Förderung der sozialen Fähigkeiten (Soziales Verhalten in der Familie, Partnerschaft und Freundschaft, Erleben von Gemeinschaft bei Urlaubsfreizeiten, in der Begegnungsstätte)

Schleswiger Werkstätten weihen die Wohnstätte Klinkerhof ein

Nach Abschluss der umfangreichen Umbauarbeiten wurde der Klinkerhof in Schleswig eingeweiht.

Die Einweihung feierten behinderte und nicht behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und geladene Gäste am Freitag, 5. Juni 2009 um 11.00 Uhr.

Es hat sich hier einiges geändert nach dem Umbau. Entstanden sind 18 Einzelzimmer und 9 Doppelzimmer mit jeweils eigener angrenzender Nasszelle. Daneben wurden zwei moderne  Pflegebäder eingebaut.

Warum wurde der Umbau des 1983 erbauten Klinkerhofes notwendig? Immer mehr Menschen mit Behinderungen erreichen ein hohes Alter und müssen stationär betreut werden aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit. Wo sollen diese Menschen leben, wenn sie nicht mehr Treppensteigen können, wenn sie einen Rollstuhl benötigen oder schwerstpflegebedürftig werden? Schon jetzt leben mehr ältere Menschen und mehr Menschen mit schweren Behinderungen im Klinkerhof als noch vor einigen Jahren.

Problematisch wird es auch dann, wenn Menschen mit Behinderungen einziehen, die ihr Leben lang z. B. bei den Eltern gewohnt haben und für die es ungewohnt ist in Gesellschaft mit anderen zu leben.

Die Schleswiger Werkstätten, als Betreiber des Klinkerhof hat auf diese veränderten Bedingungen regiert und mit dem Umbau Vorraussetzungen geschaffen, damit Menschen mit Behinderungen so lange es geht im Klinkerhof – der ihr Zuhause ist - leben können.

Es wurde eine Atmosphäre geschaffen, die den Bedürfnissen der Bewohner/-innen gerecht wird und es auch jedem/ jeder erlaubt, privat zu sein und sich zurückziehen zu können. Dazu wurde der Rat von Fachleuten eingeholt und neben bautechnischen sind so auch pflegerische, lebensumweltbedingte und pädagogische Sichtweisen mit eingeflossen.

Eine Motopädagogin arbeitet mit den Bewohnern, die schon in Rente sind oder wegen einer akuten Erkrankung nicht zur Arbeit gehen können in der Tagesbetreuung. Hier stehen unter anderem Biographiearbeit, gemeinsam kochen oder bekannte Lieder singen auf dem Programm.

Martin Seehase, Bereichsgeschäftführer Behindertenhilfe der Gruppe Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie, betonte in seiner Rede, dass der Klinkerhof aber keine separierende Einrichtung ist. „Hier werden auch weiterhin Menschen jeden Alters und mit verschiedenen Behinderungen leben“.